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Gemeinsamer Austausch begonnen

Mit zwei Auftaktworkshops am 23. und 25. Februar 2016 in Eisenach und Cuxhaven startete der gemeinsame Austausch innerhalb des Modellvorhabens. Bei den beiden Veranstaltungen waren die jeweils fachlich Verantwortlichen und weitere zentrale Beteiligte auf der Arbeitsebene aus jeweils acht bzw. zehn Modellregionen sowie BMVI, BBSR und Forschungsassistenz beteiligt. Ziel war das gegenseitige Kennenlernen der Modellregionen und ihrer zentralen Akteure untereinander. Zudem ging es um die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der geplanten Vorhaben und das generelle Vorgehen. Im Mittelpunkt der Vorstellung der Modellregionen standen Eckdaten, beteiligte Akteure, Ausgangspunkt (Datengrundlagen, Handlungsbedarf) sowie Ziele und erwartete Ergebnisse der Vorhaben in den Modellregionen. Es zeigten sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede bei den regionalen Rahmenbedingungen.

Ablaufschema vorgestellt

Einen weiteren Schwerpunkt des Auftaktworkshops bildete die Diskussion des generellen Vorgehens innerhalb der Modellregionen. Es besteht aus acht verschiedenen Teilbereichen:

  • Bestandsaufnahme
  • Organisationstruktur/Projektgremien
  • Kooperationsraumkonzept
  • Mobilitätskonzept
  • Integration von Kooperationsraum- und Mobilitätskonzept
  • Auswahl Piloträume und Umsetzung
  • Beteiligungskonzept
  • investive Projekte

In den Auftaktworkshops wurde insbesondere über die Qualitätskriterien, typischen Hürden und geeigneten Methoden im Rahmen der zu Beginn anstehenden Arbeitsbausteine „Analyse und Bestandsaufnahme“ sowie „Projektmanagement und Organisationsstruktur“ diskutiert.

Die Arbeiten, die jetzt mit den Bestandsaufnahmen beginnen, können in gewisser Weise als „Sowieso-Arbeiten“ bezeichnet werden, die als Werkzeug bzw. Planungsgrundlage für die Kommunen auch über das Modellvorhaben hinaus wichtig und nutzbringend für die zukünftige Gestaltung der regionalen Daseinsvorsorge und Mobilität sind.

Unterschiedlicher Aufwand bei Bestandsaufnahme Daseinsvorsorge

Eine Querauswertung der Zuwendungsanträge sowie die Diskussionen innerhalb des Workshops zeigten, dass die Modellregionen bei der Bestandsaufnahme der Standorte der Daseinsvorsorge auf einem unterschiedlichen Arbeitsstand sind, woraus sich ein unterschiedlicher Arbeitsaufwand für diesen Projektbaustein ergibt. In manchen Modellregionen liegen die Standorte der Daseinsvorsorge fast komplett und ortsteil- bzw. adressenscharf vor, so dass lediglich eine Aktualitätsprüfung vorgenommen werden muss. Bei anderen ist nur eine geringe Aktualisierung im Sinne einer Nacherhebung von 1-2 Daseinsvorsorgebereiche erforderlich. Einige Regionen müssen jedoch auch vergleichsweise umfangreiche Nacherhebungen und Aktualisierungen vornehmen, da die benötigten Daten derzeit unvollständig, nicht bzw. flächendeckend oder nicht adressenscharf vorliegen.

Empfehlungen für Bevölkerungsprognosen

In den meisten Modellregionen liegen bereits Bevölkerungsprognosen für die Gemeindeebene vor. Notwendig ist im Modellvorhaben eine Aktualisierung und ein „Herunterbrechen“ auf die Ebene der Ortsteile. Mancherorts muss eine kleinräumige Bevölkerungsprognose auch neu erstellt werden. Als Grundlage dienen in aller Regel die regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen der jeweiligen Länder. Erfahrungen aus anderen Modellvorhaben zeigen, dass es empfehlenswert ist, die Prognoseergebnisse gemeinsam mit den externen Dienstleistern zu interpretieren, um Datenkenntnis und Ortskenntnis zusammenzubringen. Zudem sollten die Daten nicht als Selbstzweck oder unveränderliche Fakten angesehen werden, sondern als Planungs- und Entscheidungshilfe dienen. Die Daten auf Ortsteilebene sollten nicht veröffentlicht werden, da das Herunterbrechen auf diese räumliche Ebene gerade bei sehr kleinen Gemeinden schnell mit methodischen Unsicherheiten behaftet ist und die Prognosen oft politisch stark umstritten sind, was dann den Prozessfortschritt behindern kann.

Unterschiede bei Organisations- und Beteiligungsmodellen

Ergebnisse einer Querauswertung zu den vorgesehenen Organisations- und Beteiligungsmodellen zeigen, dass es unter den Modellregionen sehr verschiedene Ansätze gibt, wie die Steuerungs-, Management- und Arbeitsebenen zusammengesetzt werden und wie oft diese tagen sollen. Auch die Tiefe und Regelmäßigkeit bei der Einbindung der politischen Gremien variiert zwischen den 18 Modellregionen. In der Regel sind jedoch Spitzen aus Politik und Verwaltung (Kreistag, Landrat, Bürgermeister, Dezernatsleitung) in den Steuerungsgruppen vertreten. Häufig sind die Bereiche Daseinsvorsorge und Mobilität vertreten. Beim Projektmanagement lassen sich zwei grundsätzliche Modelle unterscheiden. Zum einen ist das Projektmanagement bzw. die Projektgeschäftsstelle direkt beim Landkreis mit eigenem Personal angesiedelt (z.B. Stabsstelle, Kreisentwicklung o.ä.) und wird bei den Modellrechnungen und dem Prozess bedarfsbezogen extern unterstützt. Zum anderen wird das Projektmanagement vorwiegend an Externe vergeben (z.B. Planungsbüros). Die Projektleitung liegt in diesem Fall jedoch beim Landkreis.

Die Ansätze auf der Arbeitsebene sind vielfältig. So sollen regelmäßig tagende Fokusgruppen, lokale Projektgruppen, Arbeitskreise oder Arbeitsgruppen mit unterschiedlichem Zuschnitt d.h. themenbezogen (Mobilität, Daseinsvorsorgebereich), pilotraumbezogen oder kreisübergreifend eingerichtet werden. Vereinzelt werden regionale übergreifende Diskussions- und Vernetzungsgremien (Forum, Plenum der Akteure, Zukunftswerkstatt) oder ein Expertenbeirat eingebunden.

Herr Dr. Rittmeier wies in der Diskussion darauf hin, dass es gerade bei einem derart komplexen Querschnittsvorhaben wichtig ist, alle relevanten Akteure mit Bezug auf die Daseinsvorsorgebereiche und Mobilität aus Politik, Verwaltung, Gemeinden, Verbänden, Unternehmen etc. möglichst frühzeitig in die verschiedenen Strukturen der Projektorganisation einzubinden und beispielsweise ein offenes Forum auch für die Bevölkerung anzubieten. Dies kann im Projektverlauf von entscheidender Bedeutung sein, um frühzeitig Unterstützung für das Kooperationsraum- und Mobilitätskonzept zu erhalten und mögliche Widerstände abzubauen.

Lernendes Netzwerk

Das Modellvorhaben begreift sich insgesamt als lernendes Netzwerk. Daher spielt der Austausch untereinander und mit der Fachöffentlichkeit eine wichtige Rolle. Für den Austausch untereinander sind im Verlauf des Modellvorhabens vier sogenannte Regionale Workshops, die in Modellregionen stattfinden, vorgesehen. Bei diesen liegt der Schwerpunkt jeweils auf ausgewählten Bausteinen des idealtypischen Ablaufs. Daneben gibt es zwei fachöffentliche Veranstaltungen zu den zentralen Themen des Modellvorhabens wie themenbezogene bzw. raumbezogene Kooperationen im Feld Versorgung und Mobilität sowie eine Abschlussveranstaltung zu den Ergebnissen aus den Modellregionen sowie des Modellvorhabens insgesamt.